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Die Inflation der Superlativen

Gedanken von DasBertl

Es ist ein Skandal, eine Katastrophe, ein journalistischer SuperGAU, jetzt brauchen wir Helden gegen den Terror der Inflation der Superlativen. Denn sie laufen Amok in den Publiikationen die die Welt bedeuten, verbreiten Panik, Angst, Ekel, Abscheu und Hass im Volk, die Krise des Journalismus zerstört ihre eigene Tradition.Es sind Monster und Bestien geboren aus den intelektuellen Greueltaten der Letternkünstler.

Diese drei Sätze dürften so ziemlich 95% der Superlativen abdecken, die seit Jahren jeden Tag in nahezu allen journalistischen Publikationen dieses Landes zu finden sind. Es reicht dem geneigten Journalisten nicht mehr aus, dass etwas des Publizierens Wert ist, es muss gleich noch aus einer Mücke ein Elefant gemacht werden, selten (meistens wenn es die entsprechende Publikation selbst betrifft) ist es umgekehrt.

Was daraus folgt, können wir jeden Tag wiederum in genau den gleichen Publikationen nachlesen, -sehen, -hören: Das Volk stumpft ab. Wen interessiert noch eine Katastrophe, wenn schon die Verzögerung der Fertigstellung eines U-Bahnhofes um 1 Woche heutzutage schon zur selbigen stilisiert wird?

Jede Eckkneipe wird heute zum Traditionsgeschäft erklärt, dass auf keinen Fall durch etwas neues zu ersetzen sei, wer soll da noch einen Sinn für echte Traditionen haben? Panik an den Börsen, die Menschen leben in Angst vor 2,50 Euro Steuererhöhung, im Stadion herrscht Hass und Terror und Radfahrer die mal Ausnahmsweise ohne Doping eine Etappe gewinnen (und hier gehts weiter weils für jeden Fliegenschiss eine Siegerkategorie gibt, aber das nur am Rande) werden zu Helden. Menschen die sich und sei es nur angeblich, an Kindern vergreifen sind Bestien und Trickbetrüger werden zu Monstern.

Der klassische Journalismus jedenfalls hat deutlich abgewirtschaftet und zeigt seine Unfähigkeit, sich mit den neuen Gegebenheiten zu arangieren, in dem er für alles einen Superlativ gebraucht und sei es nur für die Überschrift oder einen bildbegleitenden Text. Gleichzeitig lässt er so so manches echte superlativwürdige Ereignis in der Versenkung der Superlativinflation verschwinden. Wer kann sich schon all die Katastrophen merken, die so Tag für Tag auf einen einprasseln?

Letztlich wird sich aber auch dieses Problem von ganz alleine lösen, denn wenn das Publikum erst genug abgestumpft ist, wird sich so schnell kaum noch eine Schlagzeile verkaufen lassen. Und am Ende bleiben jene übrig, die sich rechtzeitig mit den neuen Gegebenheiten arrangiert und ihre Publikationen darauf eingestellt haben. Mit möglichst wenig Superlativen um das Publikum mit den wirklich wichtigen Informationen auch korrekt zu informieren.

Aber ich kann mich genauso gut auch irren und am Ende bleibt alles wie es ist, nur mit der Einschränkung, dass uns das alles ziemlich egal geworden ist.

25.8.11 00:35

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